Die OP, vor der sich viele fürchten
Weisheitszahn-OP, schon das Wort weckt bei vielen ungute Erinnerungen an Mitschüler mit dicker Backe. Dabei verläuft der Eingriff in den allermeisten Fällen unkompliziert. Wir hören eben nur von den schlimmen Fällen, die guten bekommen wir gar nicht mit. Damit du deine Situation selbst besser einschätzen kannst, gehen wir hier durch, wie die OP abläuft, was danach normal ist und wann du dich melden solltest.
Wie läuft der Eingriff ab?
Die Entfernung von Weisheitszähnen ist in der Regel ein ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung, bei größeren Eingriffen auch in Vollnarkose.¹ Der Kiefer lässt sich gut betäuben, und weil so viele Menschen diesen Eingriff bekommen, sind Zahnärzte und Kieferchirurginnen sehr darin geübt. In aller Regel ist es Routine.
Welche Beschwerden sind nach der OP normal?
Ein tiefer Eingriff hinterlässt Spuren, und das darf er auch. Normal sind:¹
- eine geschwollene Wange, oft erst nach ein bis zwei Tagen am stärksten
- ein Mund, der sich für einige Stunden bis Tage nicht ganz öffnen lässt
- Wundschmerzen, die direkt nach dem Eingriff am stärksten sind und dann nachlassen
- etwas blutiger Speichel in den ersten Stunden, schon ein winziger Tropfen Blut färbt viel Speichel rot
Erschrick nicht über rötlichen Speichel. Das sieht nach viel mehr aus, als es ist. Wichtig ist, das Blutgerinnsel in der Wunde nicht auszuspülen, denn es schützt die Wunde und ist Teil der Heilung.
Was hilft bei der Heilung?
Hier kannst du selbst einiges tun, um die Zeit nach der OP angenehmer zu machen:¹
- Von außen kühlen: Ein Kühlpack oder kalter Umschlag auf der Wange mindert die Schwellung in den ersten Tagen.
- Richtig trinken: Stilles Wasser, lauwarmer Kamillen- oder Salbeitee eignen sich. Heiße Getränke und Fruchtsäfte können die Heilung stören.
- Weiche Kost: Alles, was sich mit der Zunge zerdrücken lässt, etwa Kartoffelpüree, Fisch oder weiche Nudeln. Harte, körnige Speisen meiden.
- Nicht rauchen: Rauchen in den ersten Tagen stört die Wundheilung deutlich.
- Schonen: Auf Sport und Sauna verzichtest du in den Tagen nach dem Eingriff besser, auch wenn du dich schon wieder fit fühlst.
Zu den Schmerzen: Ibuprofen und Paracetamol lindern die Beschwerden gut, häufig wirken sie kombiniert besser als allein.¹ Acetylsalicylsäure (ASS) ist vor und nach dem Eingriff nicht geeignet, weil sie die Blutungsgefahr erhöht.¹ Halt dich bei der Einnahme an die Vorgaben deiner Praxis.
Wann solltest du dich melden?
Die meisten Beschwerden gehören dazu. Aufmerksam werden solltest du, wenn:¹
- die Schmerzen nach vier bis fünf Tagen zurückkehren, stärker werden und mit Schwellung oder Mundgeruch einhergehen, das kann auf eine Wundinfektion hindeuten
- ein anhaltender, pochender Schmerz auftritt und die Wunde ungeschützt wirkt, dann kann sich das schützende Blutgerinnsel gelöst haben, eine sogenannte trockene Alveole
- Taubheitsgefühle an Zunge oder im Gesicht nicht zurückgehen
- es stark nachblutet
Vorübergehende Taubheitsgefühle nach dem Eingriff sind möglich und bilden sich meist zurück. Dauerhafte Probleme sind selten.¹
Unsicher, ob deine Beschwerden nach der Weisheitszahn-OP noch normal sind? Lass es über dentinostic von einem Zahnarzt einschätzen, anonym und in der Regel in unter vier Stunden.
Mein Fazit
Die Weisheitszahn-OP ist meist Routine, und Schwellung, eingeschränkte Mundöffnung und Wundschmerz in den ersten Tagen gehören dazu. Kühlen, weiche Kost, milder Tee und Schonung helfen. Den Unterschied zwischen normaler Heilung und einer Komplikation selbst zu erkennen, ist aber schwer. Wenn die Schmerzen nach einigen Tagen wiederkommen und stärker werden, lass lieber einmal nachsehen. Und was deine Praxis dir mitgibt, hat immer Vorrang vor jeder Faustregel.

