Tust du schon alles für deine Zähne?
Jeden Morgen und jeden Abend putzen, regelmäßig zur Kontrolle, fertig? Fast. Wer versteht, was am Zahn chemisch passiert, kann mit wenigen zusätzlichen Gewohnheiten deutlich mehr für seine Zähne tun. Und genau darum geht es in diesem Artikel.
Das Spiel mit den Mineralien
Die äußere Schutzschicht deiner Zähne, der Zahnschmelz, besteht zum größten Teil aus Mineralien, vor allem Calcium und Phosphat. Er ist die härteste Substanz deines Körpers.¹ Wie schaffen es Karies und Süßigkeiten dann trotzdem, ihn zu zerstören?
Weißt du, wie man einen Wasserkocher entkalkt? Genau, mit Säure. Denn Säure löst Kalk. Und exakt das passiert auch an deinen Zähnen: Ab einem pH-Wert unter etwa 5,5 wird der Zahnschmelz angegriffen.
In deinem Zahnbelag sitzen Bakterien, die Zucker zu Säure verstoffwechseln. Nach dem Essen sinkt der pH-Wert im Mund dadurch innerhalb weniger Minuten in den sauren Bereich, und der Schmelz verliert Mineralien. Diesen Vorgang nennt man Demineralisierung.¹
Die gute Nachricht: Der Prozess ist keine Einbahnstraße. Dein Zahn kann Mineralien auch wieder einlagern, er wird sozusagen geflickt. Das heißt Remineralisierung, und du kannst sie aktiv unterstützen.¹
5 Wege, deine Zähne zu stärken
1. Zähne putzen, und zwar regelmäßig
Klingt banal, hat aber einen klaren Mechanismus: Beim Putzen entfernst du den Bakterienfilm von den Zähnen. Ohne Bakterien keine Säure, ohne Säure keine Demineralisierung. Zweimal täglich gründlich putzen ist die Basis für alles Weitere.²
2. Fluoridhaltige Zahnpasta verwenden
Fluorid ist der wichtigste Baustein der Remineralisierung: Es lagert sich in den angegriffenen Zahnschmelz ein und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säure. Die tägliche Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta gehört zu den am besten belegten Maßnahmen gegen Karies überhaupt.²
Unsicher, ob dein Zahnschmelz schon Schaden genommen hat? Lass deine Zähne über dentinostic von einem Zahnarzt einschätzen, anonym und in der Regel in unter vier Stunden.
3. Zucker weglassen oder zu den Hauptmahlzeiten essen
Kein Zucker, keine Säure, so einfach ist die Rechnung für die Bakterien in deinem Zahnbelag. Ganz verzichten muss aber niemand. Entscheidend ist die Häufigkeit: Wer über den Tag verteilt immer wieder nascht oder gesüßte Getränke trinkt, schickt den pH-Wert im Mund ständig aufs Neue in den sauren Bereich. Iss Süßes lieber direkt zu den Hauptmahlzeiten, dann bleibt deinem Speichel dazwischen genug Zeit, die Säuren zu neutralisieren.¹ ²
4. Zuckerfreien Kaugummi kauen
Kaugummikauen regt den Speichelfluss an, und Speichel ist neben Fluorid deine zweite Zauberwaffe: Er ist leicht basisch, neutralisiert die Säuren im Mund und liefert gleichzeitig Calcium und Phosphat für die Remineralisierung. Wichtig: Der Kaugummi muss zuckerfrei sein, sonst fütterst du wieder die Bakterien.²
5. Genug Wasser trinken
Für ausreichend Speichel braucht dein Körper einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Viel Wasser zu trinken unterstützt also indirekt die Remineralisierung, und es spült nebenbei leicht lösliche Speisereste weg. Als Durstlöscher ist Wasser außerdem die einzige rundum zahnfreundliche Wahl.
Mein Fazit
Deine Zähne verlieren bei jedem Essen Mineralien und gewinnen sie zwischen den Mahlzeiten zurück, wenn du sie lässt. Putzen entfernt die Säureproduzenten, Fluorid und Speichel bauen den Schmelz wieder auf, und kluges Zucker-Timing gibt beiden die nötige Zeit. Fünf Gewohnheiten, die sich leicht in den Alltag einbauen lassen, und dein Zahnschmelz dankt es dir ein Leben lang.

