Zum Inhalt springen
Blog

Den Zahnarzt-Befund verstehen: was die Zahlen und Kürzel bedeuten

31 ob, 46 c, 18 f: Wenn der Zahnarzt diese Kombinationen diktiert, klingt das wie Geheimsprache. Dabei ist das System dahinter einfach. Eine Zahnärztin übersetzt dir Ziffern, Kürzel und Flächenbezeichnungen.

3 Min. Lesezeit

Dr. med. dent. Tina Mandel, medizinische Leitung von dentinostic
Medizinisch geprüft von
Dr. med. dent. Tina Mandel
Fachzahnärztin für Oralchirurgie · Zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2026

Auf einen Blick

Wenn der Zahnarzt deinen Befund diktiert, steckt dahinter ein klares System. Die ersten beiden Ziffern benennen den Zahn: die erste den Quadranten, also das Gebissviertel, die zweite die Position von der Mitte aus gezählt. Danach folgt meist ein Kürzel für den Zustand des Zahns, etwa ob für ohne Befund oder c für Karies. Für genaue Befunde kommen noch Flächenbezeichnungen wie mesial oder okklusal dazu. Diese Kürzel sind keine bundesweit einheitliche Norm und können je nach Praxis leicht abweichen.

Spielt mein Zahnarzt Schiffe versenken?

Du sitzt auf dem Stuhl, der Mund ist offen, und über dir geht es los: „31 ob, 41 zst, 44 f, 46 c, 47 k". Spätestens wenn die Assistenz nachfragt, klingt das, als würden die beiden Schiffe versenken spielen. Keine Sorge, dein Zahnarzt verheimlicht dir nichts. Er diktiert nur für jeden einzelnen Zahn den Befund, auch für die gesunden, damit sich beim nächsten Mal vergleichen lässt, was sich verändert hat.

Und das Schöne: Das System dahinter ist wirklich einfach. Nach diesem Artikel liest du deinen Befund selbst.

Die Ziffern: welcher Zahn ist gemeint?

Jeder Zahn hat eine zweistellige Nummer. Die erste Ziffer steht für den Quadranten, die zweite für die Position.

Die erste Ziffer: der Quadrant

Das Gebiss wird in vier Viertel geteilt, in der Mitte und zwischen Ober- und Unterkiefer. Gezählt wird immer aus deiner Sicht:

  • Oben rechts ist der 1. Quadrant
  • Oben links ist der 2. Quadrant
  • Unten links ist der 3. Quadrant
  • Unten rechts ist der 4. Quadrant

Bei Milchzähnen werden die Quadranten mit 5 bis 8 beziffert, damit man sie von den bleibenden Zähnen unterscheiden kann.

Die zweite Ziffer: die Position

Die zweite Ziffer zählt von der Mitte nach hinten. Der mittlere Schneidezahn ist die 1, der Eckzahn die 3, der Weisheitszahn die 8. Ein Beispiel: Zahn 13 ist der Eckzahn oben rechts. Zahn 46 ist der erste große Backenzahn unten rechts.

Dieses Zahlensystem ist international genormt, man nennt es FDI-Schema. Es sorgt dafür, dass jede Praxis und jedes Labor weltweit denselben Zahn meint, wenn von 36 oder 21 die Rede ist.¹

Die Kürzel: was ist mit dem Zahn?

Nach den beiden Ziffern folgt meist ein Kürzel für den Zustand. Häufig genutzt werden:

  • ob: ohne Befund, der Zahn ist unauffällig
  • c: Karies
  • f: Zahn fehlt
  • zst: Zahnstein
  • k: der Zahn trägt eine Krone
  • b: der Zahn ist Teil einer Brücke
  • x: der Zahn soll entfernt werden

„31 ob" ist also eine gute Nachricht, der untere linke Schneidezahn ist unauffällig. „46 c" heißt, der erste Backenzahn unten rechts hat Karies.

Ein wichtiger Hinweis: Diese Buchstaben sind keine bundesweit einheitliche Norm wie die Zahlen, sondern eine eingespielte Kurzschrift, die von Praxis zu Praxis etwas abweichen kann. Im Zweifel lohnt sich die Nachfrage.

Die Königsklasse: die Zahnflächen

Für genauere Befunde wird auch noch die betroffene Fläche des Zahns benannt:

  • mesial: die Seite, die zur Mitte zeigt
  • distal: die Seite, die zum Ende der Zahnreihe zeigt
  • okklusal: die Kaufläche, bei Schneidezähnen auch inzisal
  • oral: die Innenseite zum Mund hin, oben auch palatinal, unten lingual genannt
  • vestibulär: die Außenseite zu Wange oder Lippe, vorne auch labial

Diktiert dein Zahnarzt „46 c mod", hat der erste Backenzahn unten rechts also Karies an drei Flächen, mesial, okklusal und distal. Damit sprichst du schon ziemlich fließend Zahnärztisch.

Du hast einen Befund bekommen und verstehst ihn nicht ganz? Lass ihn dir über dentinostic von einem Zahnarzt erklären, anonym und in der Regel in unter vier Stunden.

Mein Fazit

Der Zahnarzt-Befund ist keine Geheimsprache. Zwei Ziffern sagen, welcher Zahn gemeint ist, ein Kürzel beschreibt seinen Zustand, und eine Flächenangabe macht es genau. Die Zahlen sind weltweit genormt, die Buchstaben können je nach Praxis variieren. Und wenn dir doch etwas unklar bleibt, frag einfach nach, dafür ist der Befund da.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Zahlen beim Zahnarzt?
Die erste Ziffer steht für den Quadranten, also das Viertel des Gebisses, die zweite für die Position des Zahns von der Mitte aus gezählt. Zahn 13 ist zum Beispiel der Eckzahn oben rechts. Dieses FDI-Schema ist international genormt.
Was heißt ob beim Zahnarzt?
ob steht für ohne Befund. Der Zahn ist unauffällig und gesund. Es ist also eine gute Nachricht, wenn dein Zahnarzt das diktiert.
Was bedeutet c im Zahnbefund?
Das Kürzel c steht für Karies. Folgt darauf eine Flächenangabe wie mod, betrifft die Karies mehrere Flächen des Zahns, hier die mesiale, okklusale und distale.
Warum diktiert der Zahnarzt auch gesunde Zähne?
Damit der Zustand jedes Zahns dokumentiert ist und sich bei der nächsten Kontrolle vergleichen lässt, was sich verändert hat. Deshalb wird der Befund für das ganze Gebiss aufgenommen.
Sind die Abkürzungen beim Zahnarzt überall gleich?
Das Zahlenschema ist international genormt. Die Buchstabenkürzel für den Zustand sind dagegen eine eingespielte Kurzschrift, die von Praxis zu Praxis leicht abweichen kann. Im Zweifel einfach nachfragen.

Begriffe aus diesem Artikel im Zahnlexikon

Quellen

  1. FDI World Dental Federation, ISO 3950: international genormtes Zahnschema (FDI-Notation) zur eindeutigen Bezeichnung der Zähne.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Bei Beschwerden wende dich an eine Praxis.

Unsere Zahnärzte helfen dir gerne weiter. Lass deine Symptome jetzt abklären.